Wat Puttabenjapon

Buddhistisches Kloster

Felgenstraße 36

63505 Langenselbold

Tel 06184-9956950

Fax 06184-9952967

mail@wat-p.de

 Über uns

 



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Übers Wat Zu Gast im Kloster Meditationsgäste
Lageplan   Glossar
 

Übers Wat

Wer wir sind
Wir sind ein Mönchskloster und gehören zur sog. Waldtradition des Theravada-Buddhismus, der seine einzige Lehrgrundlage aus dem Pali-Kanon, den heiligen Schriften des Urbuddhismus, ableitet. Die Waldtradition orientiert sich so nahe wie in unserer Zeit und Kultur möglich an den Ordensregeln des Pali-Kanon (Vinaya) und hat ihre originären Schwerpunkte in Meditation, Unterweisung in buddhistischer Lehre und Lebensführung sowie in praktischer Seelsorge.
Der Name unseres Klosters, das 1991 gegründet wurde, bedeutet wörtlich "Die fünf Kräfte des Buddha" (Pali: pancabala). Unser Abt ist der Ehrwürdige Phra Adjahn Tiva Abhakaro. 

Woher wir kommen
Die von uns praktizierte Waldtradition ist in kultureller Hinsicht thailändisch geprägt; daher sind wir zweisprachig: all unsere Veranstaltungen, seien sie religiöser oder kultureller Natur, finden in deutscher und thailändischer Sprache statt. Wir sind völlig eigenständig und nicht von einem anderen Kloster abhängig.

Wie wir organisiert sind 
Da der Buddhismus in Deutschland nicht staatlich anerkannt (keine anerkannte Körperschaft des öffentlichen Rechts) ist, war die Gründung eines Trägervereins unumgänglich. Er trägt den Namen "Benjapon Buddhistische Gemeinschaft e.V." (Vereinsregister des Amtsgerichtes Hanau, Nr. 41 VR 1274) und ist vom Finanzamt Hanau als gemeinnützig anerkannt (Bescheid vom 03.06.2015 Steuernummer 25054020). Spendenquittungen werden gesammelt am Jahresende ausgestellt.

Was wir tun
Unsere wichtigsten Aktivitäten in Stichworten:
- Buddhistische Liturgie (Gesamtablauf): täglich Morgen- und Abendrezitation, sonntags Lehrverkündung durch einen Mönch, Rezitieren der fünf bzw. acht Selbstverpflichtungen oder Buddhistische Übungen (Pali: Panca-silam bzw. atthanga-silam) 
- Essensspende an die Mönche Unterweisung in der Lehre (Pali: dhamma) des Buddha 
- Zufluchtnahme zu Buddha, Dhamma und Sangha (Mönchsgemeinde) im Tempel 
- Gesprächsmöglichkeit mit den Mönchen oder unseren Helfern (Fragen aller Art - einschließlich seelsorgerischer - können jederzeit an die Mönche oder unsere Helfer gerichtet werden)

- Unterweisung in buddhistischen Meditationstechniken und in Alle-Güte-Meditation (Pali: metta bhavana); die Techniken sind abhängig von den anwesenden Mönchen
- Monatlich ein Meditationswochenende in Thai und deutsch  

- Mobile Seelsorge (Mönche besuchen die buddhistische Diaspora, d. h. die zerstreut lebende Minderheit), meist samstags
- Buddhistische Familienfeiern wie Hochzeiten o. ä., einschl. Trauerfeiern oder Begräbnissen

-Veranstaltung buddhistisch-thailändischer Feste
- Pflege und Unterhaltung des Tempels
- Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Führung von Schulklassen) 

Was wann stattfindet
Morgen- und Abendrezitation (Thai: Suatmon) täglich um 10.00 bzw. 19.00 Uhr 
Essensspende: täglich im Anschluss an die Morgenrezitation 
Segen (Thai: Rapon) immer nach der Essenspende
Sonntags Dhamma-Unterweisung durch einen Mönch, Rezitieren der fünf bzw. acht 
Tugendregeln ab 10.00 Uhr 

Was zu beachten ist
Da wir nicht ganzjährig geöffnet haben und in der Woche einschl. samstags die Mönche zu Einladungen Familien- und auch Trauerfeiern unterwegs sein können, bitten wir Sie, vor einem Besuch kurz anzurufen, um sicher zu sein, dass auch Mönche da sind. Meditationskurse gibt es jeden Monat in Form von Meditationswochenenden. Klosteraufenthalte (Übernachtungen) und Besuche außerhalb der täglichen bzw. sonntäglichen Aktivitäten sind nur nach vorheriger Anmeldung möglich.
Nicht alle Mönche sprechen (fließend) Englisch. Falls Sie das Gespräch mit den Mönchen suchen und nicht thailändisch sprechen können, werden wir für Übersetzung sorgen. Für hochwertige Dhamma-Diskussionen müssen wir einen speziellen Übersetzer engagieren; bitte teilen Sie uns einen solchen Wunsch rechtzeitig mit. 
- Bei längeren Klosteraufenthalten (Übernachtungen), wird empfohlen (und erwartet), dass der Besucher / die Besucherin sich an die Acht Selbstverpflichtungen hält. Dies dient wesentlich den Erfolgen, die Sie in der Meditation erreichen werden.
- Wir verkaufen keine Meditations-CDs und treiben keinen Devotionalienhandel.
- Wer außer lebendigem und praktiziertem Buddhismus noch etwas anderes erwartet - wie etwa südostasiatische Architektur, wertvolle Kunstgegenstände oder exotisches Ambiente - wird von dem Tempel enttäuscht sein. Ganz im Einklang mit der Waldtradition des Theravada-Buddhismus hat man sich nämlich bewusst auf das Wesentliche, Notwendige und Pragmatische beschränkt; so ist die große Sala (Pali: Versammlungsraum) eine ehemalige Lagerhalle.

Wo wir sind
Langenselbold liegt zwischen Frankfurt/M. und Gelnhausen, direkt an der A 66
Unsere Adresse:

Buddhistisches Kloster Wat Puttabenjapon
Felgenstraße 36, D-63505 Langenselbold 
Tel. 06184-9956950 Fax. 06184-9952967
Email: mail@wat-p.de 


Spendenkonto: VR Bank Main Kinzig eG, IBAN: DE12506616390002614197, BIC: GENODEF1LSR
 

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Zu Gast im Kloster

Allgemeine Verhaltensregeln
Betreten von Sakralräumen. Nach indischer und asiatischer Sitte werden beim Betreten von Tempeln die Schuhe ausgezogen. 

Füße / Sitzen. Beim Sitzen ist darauf zu achten, dass Fußsohlen nicht auf einen anderen Menschen oder eine Buddha-Figur zeigen. In Thailand gilt es als schwere Beleidigung, seinem Gegenüber die Fußsohlen entgegenzustrecken. Achten Sie auch darauf, wenn Sie auf dem Boden sitzen und die Beine ausgestreckt nach vorne halten, oder wenn Sie auf einem Stuhl mit überschlagenen Beinen sitzen.

Grüßen. Händeschütteln ist eine europäische Sitte und andernorts ungebräuchlich. In Thailand und anderen *Theravâda-Ländern begrüßt man sich mit dem Wai. Dabei werden die Handflächen aneinandergelegt und in Brusthöhe gehalten und der Kopf leicht gesenkt.

Berühren anderer Menschen. Nach altem thailändischen (nicht: buddhistischen) Volksglauben ist der Kopf der Sitz der Seele. Das Berühren des Kopfes einer anderen Person ist eine schwere Beleidigung. Das gilt auch Kindern gegenüber, denen man nicht über die Haare streichen darf. (Nicht anstößig ist dieses Verhalten nur bei Personen, die in verwandtschaftlicher oder intimer Beziehung zueinander stehen.) 

Umgang mit Mönchen (*Phra) und *Upâsakas / Upâsikâs. In allen *Theravâda-Ländern genießen Mönche ein hohes Ansehen. Ihnen wird mit Respekt und Zurückhaltung begegnet. Das oben Gesagte ist mit besonderer Achtsamkeit im Umgang mit den Mönchen zu beherzigen:
Die Fußsohlen dürfen nicht zum Mönch hin zeigen.
Mönche werden nicht berührt - weder von Männern noch von Frauen; folglich wird ihnen auch nicht die Hand zum Gruß geboten. Das gleiche gilt im Umgang mit *Upâsakas / Upâsikâs (erkennbar an der weißen bzw. schwarz-weißen Bekleidung): Männer berühren keine *Upâsikâ, Frauen keinen *Upâsaka.
Eine spezifisch thailändische Sitte ist es, dass Frauen Mönchen die Essensspende (oder sonstige Dinge) nicht direkt reichen, sondern auf einem vom Mönch ausgebreiteten Tuch oder durch einen Mann darbieten. Das gleiche gilt für Männer im Umgang mit Nonnen und *Upasikas, wodurch deutlich wird, dass diese Regel/Sitte nicht frauenfeindlichen Ursprungs ist.

Die Sitte, den anderen Menschen ausreden zu lassen, ist auch im westlichen Kulturkreis bekannt und gilt als ein Gebot der Höflichkeit. Da der Mönch Lehrer des *Dhamma ist, kommt ihm diese Respektsbezeugung in besonderem Maße zu: Wenn Sie keine Zeit haben, fangen Sie am besten erst gar keine Unterhaltung mit ihm an.
 

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Meditationsgäste    

Vorab-Informationen für einen Klosteraufenthalt:

Bis auf weiteres wollen wir Meditationsgäste nur im Rahmen von Kursen annehmen. Die Termine sind jeweils auf der Termine-Seite (Termine.htm) zu finden.

Andere Interessierte an der Meditation können jeden Abend um 19:00 Uhr ins Kloster kommen um mit den Mönchen zu sprechen. Kommen Sie, wenn Sie Meditation kennen lernen möchten oder Fragen haben. Für Deutschsprachler werden die Fragen von uns beantwortet.

Bei den Kursen:

Bitte rechtzeitig vor dem Termin anmelden. Bitte geben Sie Namen, Adresse und Telefonnummer, Email an, damit wir Sie ggf. vorher erreichen können.

Die Verpflegung erfolgt mit den Mönchen, d. h. nur einmal am Tag, gegen Abend gibt es nur etwas Bitterschokolade (keine volle Mahlzeit).

 ACHTUNG VEGETARIER! 

In unserer Tradition ist es nicht üblich, dass die Mönche nur vegetarisch essen dürfen. Vielmehr müssen sie mit dem zufrieden sein, was ihnen gespendet wird. Wir bitten um Verständnis, dass wir deshalb keine vegetarische Kost sicherstellen können.

Bequeme Kleidung (Jogging-Anzug o. ä.) mitbringen, ggf. auch eigenen Schlafsack.

Meditationsgäste sollten während des Aufenthalts das Klostergelände möglichst nicht verlassen, bitte vor der Ankunft alles andere erledigen.

Um die Meditation schnell und erfolgreich werden zu lassen, sollte auf Telefon, Handy usw. verzichtet werden. Möglichst nichts lesen, ggf. nur unsere Heftchen.

Auf dieser Homepage finden sie auch alles weitere, was sie möglichst vorher lesen sollten. (z. B. Schriftenreihe, Wat-Info)

Zur Vorbereitung zu Hause können sie, wenn möglich üben längere Zeit im Schneidersitz zu sitzen, um sich bei uns Schmerzen zu ersparen. Eine halbe Stunde wäre sehr schön.

Mit lieben Gedanken, das Team von Wat Puttabenjapon

 

Regeln bei mehrtägigem Aufenthalt im *Wat

1. Besucher und Besucherrinnen, die gerne hier zum Meditieren bleiben wollen, müssen mit einem Mönch die geplante Dauer absprechen. Die maximale Dauer beträgt 7 Tage. Bis auf weiteres nur im Rahmen eines Kurses möglich.

2. Während des Aufenthaltes sollten die acht Tugendregeln (*Sîla) eingehalten werden. (Durch das Tragen schwarz-weißer oder weißer Kleidung wird auch den anderen Besuchern verdeutlicht, dass man die acht Tugendregeln einhält.) 

In Ausnahmefällen können Abweichungen zugelassen werden.

3. Termine für Einführungen und Einweisungen in die Meditation können mit einem Mönch individuell vereinbart werden.

4. Das Austauschen von persönlichen Erfahrungen beim Meditieren mit anderen Meditierenden ist nicht sinnvoll, da jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen macht. Auftauchende Fragen und Schwierigkeiten, die die Meditation oder den Aufenthalt im *Wat betreffen, können jederzeit mit dem Mönch besprochen werden.

5. Es gibt kein Redeverbot im *Wat. Für Meditierende ist jedoch weniger sprechen besser, weil die Meditationen dann erfolgreicher sein kann - so die Erfahrung. 

6. Die Teilnahme an der Morgen-*Rezitation um 10.00 Uhr wird erwartet. Dagegen wird die aktive Teilnahme an der Liturgie (dreimaliges Verbeugen vor Buddha / vor der Buddha-Statue und den Mönchen, Mitrezitieren, ohne Stuhl sitzen etc.) von nicht-buddhistischen Meditationsgästen nicht erwartet. Die Selbstverpflichtung Nr. 6 (nach 12:00 gibt es im Wat keine Mahlzeiten mehr) ist zu beachten. Nach dem Essen sollten die Gäste ihr Geschirr selber abwaschen. 

7. Während des Aufenthaltes ist das Zimmer sauber zu halten. Alle dem Kloster gehörenden Gegenstände müssen zurückgegeben werden. Das Zimmer ist vor Verlassen des Klosters zu reinigen. Beschädigtes oder verlorenes Klostereigentum muss erstattet werden. 

Unser Wunsch für Sie ist: Mögen Sie Ihr Glück durch die Ausübung der buddhistische
Praxis, durch das Praktizieren von *Dhamma, finden!
 

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Lagepläne

Wo wir sind
Langenselbold liegt zwischen Frankfurt/M. und Gelnhausen, direkt an der A 66
 

Unsere Adresse:

Buddhistisches Kloster Wat Puttabenjapon

Felgenstraße 36, D-63505 Langenselbold 

Tel. 06184-9956950, Fax 06184-9952967

Übersichtsplan:

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Glossar

P = *Pâli             S = *Sanskrit        T = Thailändisch

m = männlich     f = weiblich         n = sächlich


Ajahn (T; verschiedene Schreibweisen, sprich: a-dschaan; vgl. P: âcariya; S: âcârya) Lehrer 

Ânâpâna-*Sati (P) Achtsamkeit (*Sati, sprich: satti) beim Ein- und Ausatmen. A. ist keine Atemübung (vgl. Yoga), sondern eine Konzentrationsübung, wobei die Atmung - anders als bei der Zen-Meditation - nicht beeinflusst wird.

Bhante (P) Anrede für einen Mönch, wörtl.: „Ehrwürdiger!", in Sri Lanka gebräuchlich

Bhikkhu (P; S: bhiksu) ordinierter buddhistischer Mönch, vgl. *Tan und *Phra. Die Ordination „ist keine Einweihung in eine Mysteriengenossenschaft, auch kein sakramentaler Akt wie eine Mönchsweihe der christlichen Ostkirche, sondern ein bloßer Rechtsakt. [...] Die buddhistischen Mönche legen keine 'ewigen Gelübde' ab, sie können darum jederzeit aus dem Mönchsleben ins Weltleben zurückkehren" (F. Heiler, Die Religionen der Menschheit, hrsg. v. K. Goldammer, 5. Aufl., Stuttgart 1991, S. 183 f.).

Bindabad (T; P: pindapâta, S: pindapâtra) täglicher Almosensammelgang der Mönche um Nahrung

Buddha (P = S) der Erwachte; der Erleuchtete. Wenn *Theravâda-Buddhisten 'Buddha' verehren oder von 'Buddha' reden, meinen sie im allgemeinen den historischen Buddha, nämlich Siddhattha Gotama (P; S: Siddhârtha Gautama) Buddha, auch 'Sakyamuni' (P; S: Šakyamuni, š = sch) genannt. Der hist. Buddha hat weder einen Anspruch auf Göttlichkeit noch auf Einzigartigkeit erhoben. Der *Pâli-Kanon nennt sechs (mythische) Buddhas vor Gotama und prophezeit einen Buddha der Zukunft namens Metteyya (P; S: Maitreya). „Einsichten ohne Nutzen für die Leidensbefreiung betrachtete der [historische] Buddha als wertlos: Er war ein Heilspragmatiker, kein Metaphysiker" (H. W. Schumann, Buddhismus. Stifter, Schulen und Systeme, 2. Aufl., Olten / Freiburg i. Br. 1978, S. 59).

Buscha siehe unter *Pûjâ

Dhamma (m!) (P; S: dharma) Hauptbedeutung: die Lehre (des *Buddha); weitere Bedeutungen: Gesetz, Norm, kosmische Ordnung, Wahrheit, Geistesinhalt / Denkobjekt, Daseinsfaktor(en), Sachverhalt / Ding

Kuti (P = T; sprich: kutti) Mönchswohnung, wörtl.: Hütte

Luang Pi (T) ehrenvolle Anrede für einen Mönch etwa im mittleren Alter, wörtl.: „ehrwürdiger Bruder!"

Luang Poh (T) ehrenvolle Anrede für einen Mönch etwa in Alter eines Seniors, wörtl.: „ehrwürdiger Vater!"

Luang Buh (T) ehrenvolle Anrede für einen Mönch im hohen Alter, wörtl.: „ehrwürdiger Großpapa!"

Maekao (T, sprich: mä-kau) Klosterbesucherin, Meditationsschülerin, welche die acht Selbstverpflichtungen (atthanga *sîla) einhalten will, Upasika im Sinne der zweiten Bedeutung (siehe unter *Upâsaka).

Mettâ (P; S: maitri) Liebende Güte, 'Allgüte'; mettâ-bhâvanâ (P): Liebende-Güte-Meditation; mettâ-sutta (P): *Sutta von der Liebenden Güte, eines der populärsten *Rezitationstexte des *Theravâda, im *Pâli-Kanon überliefert (Snip 1,8 = Khp 9)

Pahkao (T, sprich: pa-kau) Klosterbesucher, Meditationsschüler, der die acht Selbstverpflichtungen (atthanga *sîla) einhalten will, *Upâsaka im Sinne der zweiten Bedeutung (siehe unter *Upâsaka).

Pâli wörtl.: Text; mittelindoarische Sprache, in der die „heiligen". Schriften (*Pâli-Kanon) des *Theravâda-Buddhimus abgefaßt sind. Der historische *Buddha sprach nicht Pâli, sondern einen Dialekt des Königreiches Magadha, aus dem er stammte, Mâgadhî genannt. „Als bisheriges Ergebnis der langen Kontroverse über den sprachlichen Charakter des Pâli darf man festhalten, daß Pâli ein Dialekt des westlichen Zentralindiens, und zwar wohl der Dialekt von Vidišâ im heutigen Madhya Pradesh, der Heimat des Ceylon-Missionars Mahinda [...], gewesen ist. Die ältesten buddh. Texte sind mithin aus dem östlicheren Dialekt von Magadha, der Heimat des Buddha, ins Pâli übertragen worden [...]. Dabei sind einzelne Wörter und Formen dieses Dialekts beibehalten worden. Die älteste Pâli-Prosa stellt, abgesehen von diesen sog. Magadhismen, eine ziemlich einheitliche Sprachform dar [...]. Nach der im 1. Jh. v. Chr. in Ceylon erfolgten schriftlichen Aufzeichnung des Pâli-Kanons [...] wurde Pâli zur Kirchensprache des Theravâda-Buddhismus [...] mit seiner umfangreichen Literatur; es dient bis heute als internationale religiöse Sprache der Theravâda-Buddhisten" (H.Bechert / G.Roth in: H.Bechert / G.v.Simon (Hrsg.) Einführung in die Indologie. Stand, Methoden, Aufgaben, 2., erg. Neuausg., Darmstadt 1993, S. 26; Hervorhebung im Original). Es existieren unterschiedliche Aussprachetraditionen - in den *Theravâda-Ländern ebenso wie in verschiedenen Gelehrtenkreisen. So wird beispielsweise auf Sri Lanka das *Pâli anders als in Thailand ausgesprochen, deutsche Indologen bevorzugen eine andere Aussprache
als singhalesische oder indische Gelehrte - usw.

Pâli-Kanon die Sammlung der „heiligen" Schriften, die in *Pâli überliefert sind, bestehend aus drei großen Teilen: Sammlung (wörtl.: Korb) der Ordenszucht (*Vinaya-pitaka) - Slg. der Lehrreden (*Sutta-pitaka) - Slg.
der scholastischen Erörterungen (Abhidhamma-pitaka); die buddh. Bezeichnung für den P. lautet wörtlich „Dreikorb" (P: ti-pitaka; S: tri-pitaka). Der *Theravâda-Buddhismus hat ein ganz anderes Verhältnis zu seinen hl. Schriften als die anderen (Welt-) Religionen: Ein fundamentalistisches Schriftprinzip, die klerikale Monopolisierung der Schriftauslegung und intellektuelle oder gar rituelle Schriftverehrung sind ihm gänzlich fremd.

Phansa (T; P: vassâ) Regenzeitklausur für Mönche, siehe dazu auch die Erläuterung zu Khao*Phansa auf S. 7 f.

Pûjâ (f) (P = S) Verehrung, Zeremonie; Thai-Aussprache: bu-scháa

Phra (T, sprich: praa) Mönch, siehe auch *Bhikkhu und *Tan

Rapon (T, sprich: ra-pónn; auch: lapón) Segen oder Segenswünsche der Mönche nach der Essensspende. Dieser Ritus ist im Sinne des *Theravâda weder als sakramentaler Akt (im christlich-theologischen Sinne) noch als magische Manipulation aufzufassen.

Rezitation siehe unter *Suatmon

Sâlâ (f) (P = T) (Versammlungs-) Halle

Sangha (m!) (P = S) die buddh. Gemeinde; 1. (im engeren Sinne) die Gesamtheit der Mönche und Nonnen, 2. (im weiteren Sinne) alle buddh. Gläubigen (Mönche, Nonnen, Laienanhänger/innen)

Sanghatan Sachspenden für die Mönche oder das Kloster

Sanskrit altindische (indo-arische / indoeuropäische) Sprache; S. ist die klassische Literatursprache Indiens und die Sakralsprache ('heilige Sprache') der Hinduisten und Mahâyâna-Buddhisten. Unterschieden wird in vedisches, klassisches und buddh. (auch: hybrides) S.

Sati (f) (P; S:smriti) Achtsamkeit, Konzentration

Satipatthâna (n) (P; S: smriti-upasthâna), wörtl.: die (vier) Grundlagen (auch: Erweckungen) der Achtsamkeit; Meditationsmethode, bei der sich die Achtsamkeit auf vier Gebiete richtet: Körper, Gefühl / Empfindungen, Geist / Bewußtseinszustand und Geistobjekte.

Sîla (n!), (P; S: sîla) Sittlichkeit; pañca sîla (P) die fünf Selbstverpflichtungen (auch: Gebote, Tugendregeln, ethischen Regeln, Bemühungen), die für alle Buddhisten, also auch für Laien, gelten; atthanga sîla (P): die acht Selbstverpflichtungen, die mehrere Tage verweilende Klostergäste und Laien an 'Buddha-Tagen' (*Upôsatha) versprechen einzuhalten; dasa sîla (P): die zehn Selbstverpflichtungen, die für Mönche, Nonnen und Novizen gelten.

Suatmon (T) wörtl.: beten, rezitieren; *Theravâda-Buddhisten beten nicht, sondern rezitieren. Es gibt keine Bittgebete (wie z.B. in den monotheistischen Weltreligionen), denn nach *Theravâda-Auffassung ist 1. der *Buddha kein übernatürlicher Retter (Heiland), und 2. ist, weil er bei seinem Tod ins Vollkommene Nirvana (S: pari-nirvâna, P: pari-nibbâna) einging, keine Kommunikation zwischen ihm und der Welt (nebst den himmlichen und höllischen Existenzbereichen) möglich, d.h., der *Buddha kann den Lobpreis, den ihm der *Sangha darbringt, weder hören noch an ihn gerichtete Bitten und Wünsche erhören.

Sutta (n) (P; S: sûtra) wörtl.: Leitfaden, Schnur; 1. Lehrrede / Predigt (des *Buddha), 2. allg.: hl. Schrift, besonders lehrhaften Inhalts; hl. Text

Thera Thai-Äqivalent von „Phra"

Theravâda (P; S: Sthaviravâda) wörtl.: die Lehre der Alten, d.h. die Lehre des älteren (ursprünglichen) Buddhismus, auch Hînayana, „Kleines Fahrzeug", genannt, im Gegensatz zu den späteren Lehrentwicklungen des Mahâyâna („Großes Fahrzeug") und des Vajrayâna („Diamantfahrzeug"). Zum Mahâyâna gehört z.B. der Zen-Buddhismus, zum Vajrayâna z.B. der Tibetische Buddhismus. Die wichtigsten Lehren des Th. sind : 1. Bezugspunkt und einzige Autorität ist der *Dhamma, wie er im *Pâli-Kanon greifbar ist, 2. die Vier Edlen Wahrheiten, 3. die Lehre vom Bedingten Entstehen (P: paticca-samuppâda, S: pratîtya-samutpâda), 4. die anattâ-Lehre (P, S: anâtman; Lehre vom Nicht-Ich / Nicht-Selbst). Der Th. kennt keinerlei Geheim-Initiationen (Einweihungen), esoterische Lehren oder Geheimpraktiken. Zwei grundsätzliche Unterscheidungen sind zu machen: 1. Die 'reine Lehre' des Th. ist nicht mit dem Volksbuddhismus identisch. 2. Der Th. kommt (historisch-kritisch gesehen) dem Ur-Buddhismus zwar am nächsten, ist jedoch nicht mit ihm gleichzusetzen. Dieser ist (religionswissenschaftlich gesehen) nur hypothetisch rekonstruierbar.

Tan (T) Mönch (Thai-Äquivalent von *Thera), siehe auch *Bhikkhu und *Phra

Tambun (T, wörtl.: Gutes tun; vgl. P = S: dâna) das freiwillige Geben von Materiellem (z.B. Essen und Kleidung an die Mönche), Arbeitskraft (z.B. tätige Mithilfe im Kloster) und Weisheit (z.B. Mithilfe bei der Verbreitung der buddh. Lehre). Der spirituelle Zweck des Spendens ist die Überwindung von Gier und Egoismus sowie das Erwerben religiöser Verdienste ('karmisch heilsamer Taten').

Ti-ratana (P; S: triratna, T: phra-ratana-trei) die Drei Juwelen (auch: Kleinodien / Kostbarkeiten); buddh. Bezeichnung für *Buddha, *Dhamma, *Sangha

Tugendregeln siehe unter *Sîla

Upâsaka (m), Upâsikâ (f) (P) wörtl.: Dabeisitzende(r); 1. buddh. Laie, der *Zuflucht genommen hat und die fünf Selbstverpflichtungen (pañca *sîla) einhält, 2. buddh. Laie, der zu besonderer Gelegenheit (z.B. *Uposatha) die acht Selbstverpflichtungen (atthanga *sîla) einhalten will.

Uposatha (P) Feiertage an den Tagen des Vollmondes und des Neumondes. Im westlichen Kulturkreis werden aus praktischen Gründen die 'Buddhatage' zumeist sonntags begangen.

Vier Edlen Wahrheiten, die siehe Buddhistisches Bekenntnis, hier: S. 4

Vinaya (P; S) wörtl.: Disziplin; 1. Bezeichnung der buddh. Ordensregeln, 2. Kompendium der Ordensregeln. Ein großer Teil der 227 Regeln für Mönche (und 311 für Nonnen) sind Übungs- und Verhaltensregeln, die nicht mit der eigentlichen buddh. Ethik, dem *Sîla, verwechselt werden
dürfen.

Vipassanâ (f) (P; S: vipašyanâ) Einsicht, Hellblick, Klarblick; intuitives Erkennen; vipassanâ-bhâvanâ (P) Einsichts- (auch: Hellblick-, Klarblick-) Meditation

Waldtradition ist die Bezeichnung für eine Lebensform (nicht für eine Schulrichtung, einen Orden oder dergleichen!) des *Theravâda-Mönchtums (der Gegenbegriff ist „Stadttradition"). Die *Waldtradition orientiert sich so nahe wie möglich an den Ordensregeln des *Pâli-Kanon (*Vinaya) und hat ihre originären Schwerpunkte in Meditation, Unterweisung in buddhistischer Lehre und Lebensführung  sowie in praktischer Seelsorge. *Ajahn Chah (1918-1992), einer der bekanntesten Vertreter dieser Tradition, sagte: „Die Arbeit eines Mönches besteht zu 80 bis 90 Prozent darin, sich der eigenen Praxis zu widmen, die übrige Zeit kann damit verbracht werden, der Öffentlichkeit von Nutzen zu sein. Selbst dann sollten diejenigen, die die Bevölkerung belehren, solche sein, die sich selbst unter Kontrolle haben, die nicht mit eigenen Problemen beschäftigt sind und somit anderen helfen" (zit. n. J. Kornfield / P. Breitner (Hg.), Ein stiller Waldteich, Berlin 1996, S. 114). - „Diese Bewegung [ = die Waldtradition ] ist auch ein Protest gegen die immer stärker auf weltliche Angelegenheiten ausgerichtete Lebensweise vieler Dorf- und Stadtmönche" (M.B. Carrithers, in: Die Welt des Buddhismus, hrsg. v. H. Bechert u. R. Gombrich, München 1984, S. 118; vgl. auch S. 142-144). 

Wat (T) Kloster (auch: Tempel); vgl. P = S: vihâra

Zufluchtnahme („die Dreifache Zufluchtnahme"; P. ti-sarana, S:tri-šarana) bezeichnet das Bekenntnis zu den 'Drei Juwelen' (*ti-ratana) („Ich nehme meine Zuflucht zu *Buddha, . . . zum *Dhamma, . . . zum *Sangha"). 'Z.' hat zwei Bedeutungen: 1.die Konversion zum buddhistischen Glauben, 2. das Wiederholen der Formel, z.B. bei privaten Andachten oder an 'Buddha-Tagen' (*Uposatha). Die Z. im ersten Sinne ist kein sakramentaler (heilsmagischer) Akt, wie z.B. die christliche Taufe; Z. im zweiten Sinne ist kein Glaubensbekenntnis im engeren Sinne (wie z.B. das Apostolische Glaubensbekenntnis im Christentum), sondern drückt Verehrung, Handlungsorientierung und *Selbstverpflichtung (vgl. *Sîla) aus. Buddhist oder Buddhistin wird man nicht durch ein Ritual, sondern durch Praktizieren des Achtfachen Pfades, der vierten der *Vier Edlen Wahrheiten. Da die Z. kein Weiheritus zur Aufnahme in eine Mysteriengemeinschaft ist, muss die Z. nicht öffentlich, also z. B. vor Mönchen in einem Kloster, sondern kann auch privat und in der Stille des Herzens

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